Der österreichische Schwimmverband hat 13 Aktive (4 Damen und 9 Herren) in vier Disziplinen für die Schwimm-WM vom 11. Juli bis zum 3. August in Singapur genannt. Das kleine Team geht mit berechtigten Medaillenhoffnungen in die Titelkämpfe. Die Alexandri-Schwestern zählen im Synchronschwimmen nach ihren Goldmedaillen zuletzt bei der EM und im Weltcup sowohl im Einzel als auch im Duett zu den Mitfavoriten. Die Schwimmer haben bei der letzten WM durch Simon Bucher und Martin Espernberger Silber und Bronze geholt und wollen in Singapur erneut auf das Podest. Die beiden Wasserspringer Anton Knoll und Dariush Lotfi haben nach ihren EM-Medaillen einen großen Sprung nach vorne gemacht und wollen in Singapur ins WM-Finale. Open-Water Schwimmer Luca Karl feiert seine WM-Premiere und eröffnet am Mittwoch für den OSV.
OSV-Starts in Singapur
WM Daten und Fakten
„Wenn Idole zu Rivalen werden, ist das etwas ganz Besonderes“
Luca Karl ist bereits seit einer Woche zur Akklimatisierung in Singapur und bester Dinge. Bei seiner WM-Premiere am Mittwoch über die olympische 10 km Distanz will der Salzburger nicht nur Statist sein, sondern überraschen: „Das war schon lange mein Traum. Noch habe ich zwar nicht ganz realisiert, dass ich tatsächlich bei einer WM am Start bin. Jetzt bin ich aber hier und will zeigen, was ich draufhabe und mich nicht vor den Stars verstecken. Die Form passt aktuell sehr gute und ich werde mit breiter Brust in die Rennen gehen. Das habe ich auch bei der EM gezeigt. Wenn alles funktioniert, dann kann ich auch hier bei der WM mitkämpfen. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich einen Florian Wellbrock oder einen Gregorio Paltrinieri im Fernsehen gesehen und bewundert, jetzt stehe ich neben ihnen auf der Startlinie. Das ist schon ein irres Gefühl, da kann man stolz sein. Wenn Idole zu Rivalen werden, ist das etwas ganz Besonderes.“
„Österreich ist mitten drinnen und nicht mehr nur dabei“
Nach Platz neun von Jan Hercog bei der WM in Budapest will Luca Karl Österreich auch in Singapur weit nach vorne bringen: „Ich bin nicht durch Zufall hier oder weil es mir geschenkt wurde. Ich bin hier, weil ich es mir hart erarbeitet habe und weil ich hierhergehöre. Wir sind als Österreicher im Open Water mittlerweile mitten drinnen und nicht mehr nur dabei. Das will ich hier auch zeigen und warum soll mit das nicht gelingen. Ich will auf der großen WM-Bühne alles aus mir rausholen und so fehlerfrei wie nur möglich schwimmen. Top 15 habe ich im Visier. Wenn es besser geht, habe ich auch nichts dagegen.“ Das Programm ist mit 10km, 5km und dem 3km Knock-Out-Race sehr dicht und ambitioniert. „Wir wollten alles schwimmen und alle Chance wahrnehmen. Wenn ich schon da bin, dann will ich auch die volle Erfahrung mitnehmen.“
„Wir haben seit 2022 immer eine Medaille geholt“
Synchronschwimmen ist durch die Alexandris-Drillinge für den OSV seit einigen Jahren ein Medaillen-Garant. Nach Olympia war lange nicht klar, ob die Schwestern ihre Karriere überhaupt fortsetzen. Mit der neuen Trainerin ist neue Motivation gekommen und auch der sofortige Erfolg mit Siegen bei der EM und auch im Weltcup. Bei der WM wollen die Schwestern diese Serie fortsetzen. Dafür haben sie sich sehr akribisch mit ihrer neuen Trainerin in Japan bei einem zweiwöchigen Trainingslager auf die WM vorbereitet und sind wegen der Akklimatisierung direkt von Japan nach Singapur gereist: „Wir haben perfekte Bedingungen gehabt und denken, dass wir entsprechend auch perfekt vorbereitet sind. Wenn Großevents in Asien waren, haben wir uns immer in Japan darauf vorbereitet. Das hat sich bewährt und hat immer gut geklappt.“
„Wir haben keinen Druck aber unser Ziel ist natürlich das Podest“
Ursprünglich war im Solo und Duett nur der Start in der Technik geplant. Vasiliki hat im Solo jetzt doch in beiden Disziplinen genannt: „Normal braucht man für eine Kür eine gesamte Saison, um am Ende perfekt zu sein. Diesmal ist es viel schneller gegangen, ich habe nur zwei Monate benötigt. Deshalb werde ich auch im Free starten.“ Im Duett ist es etwas schwieriger. Dazu kamen auch einige kleinere Verletzungen und eine Operation bei Eirini. Das Duett wollte daher vor der WM nichts unnötig riskieren. „Es ist ja keine Pflicht beides zu schwimmen, wie bei Olympia. Für uns passt das so sehr gut. In unserer Situation ist es aktuell besser, sich nur auf eines zu konzentrieren. Es wäre zu großer Stress und das bringt nichts.“ Die letzte WM in Doha mussten die beiden wegen einer Verletzung von Anna-Maria auslassen. Daher ist die Vorfreude auf Singapur jetzt umso größer: „Wir haben keinen Druck aber unser Ziel ist natürlich das Podest.“