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Presseaussendung vom 24.08.2016

Olympiabilanz und Bädersituation - eine dramatische Darstellung der Situation und ein Appell an die Politik!

OSV Olympia-Bilanz
Dramatische Bädersituation: Alarmstufe Dunkelrot

Die Synchron-Schwimmerinnen Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri haben mit dem Finaleinzug und Platz 12 ihre Möglichkeiten bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mehr als übertroffen. Der Weg Richtung Olympia 2020 stimmt. Die beiden sind gemeinsam mit ihrer Schwester Vasiliki eine große Hoffnung für die Zukunft. Wasserspringer Constantin Blaha hat wegen der vielen negativen Begleitumstände in seinem Umfeld leider nicht zu seiner Normalform gefunden. Bei den Becken-Schwimmerinnen und Schwimmern überrascht Felix Auböck mit einem österreichischen Rekord über 200 m Freistil und verpasst das Semifinale nur hauchdünn – das wäre auch eine Sensation gewesen. Die Platzierungen der übrigen Olympia-StarterInnen entsprachen in etwa der Setzliste.

„Natürlich hätten wir uns in einigen Bereichen etwas bessere Platzierungen und weitere persönliche Bestzeiten erhofft. Leider ist das unseren Schwimmern nicht gelungen. Es ist aber sehr bemerkenswert, dass der OSV mit neun Aktiven bei den Olympischen Spielen in Rio der größte österreichische Fachverband in der Delegation des Olympischen Comitées war. Wir sind stolz darauf, dass so viele unserer AthletInnen die äußerst schwere Qualifikation für die Spiele geschafft haben“, so OSV-Generalsekretär Thomas Unger.

OSV-Präsident Arno Pajek sprach den Athleten und Athletinnen nach den Spielen seine größte Anerkennung aus und betonte, dass der Österreichische Schwimmverband gemeinsam mit den Trainern die Ergebnisse evaluieren und die notwendigen Maßnahmen im Hinblick auf die kommenden Großereignisse einleiten wird: „Wir setzen dabei große Hoffnung auf den neuen Sportdirektor Dario Taraboi, der bereits gemeinsam mit den österreichischen Spitzentrainern am 17. September ein erstes Konzept erarbeiten wird. Wir werden keine Zeit verlieren. Unser größtes Problem in Österreich aber ist, dass im Betrieb von Sportstätten der Schwimmsport leider höchst gefährdet ist.“

Alarmstufe Dunkelrot – Immer mehr Bäder sperren zu

Im Gegensatz zu anderen Ländern wie beispielsweise Deutschland oder Ungarn können sich in Österreich immer mehr Betreiber die notwendigen Umbauten für Bäder nicht leisten, auch nicht mehr die Erhaltungskosten. Die traurige Konsequenz: Sie sperren zu! Damit wird dem Schwimmsport die wichtigste aller Grundlagen genommen: Genügend Wasserfläche zum Trainieren! Die Diskussion um fehlende Schwimmanlagen erreicht damit einen neuen traurigen Höhepunkt!

In OÖ soll in den kommenden Jahren die Hälfte der Bäder geschlossen werden – trotz vehementer Proteste. Im Burgenland steht die Schließung des Hallenbades in Neusiedl im Raum. In Salzburg wurden in den letzten fünf Jahren drei Bäder geschlossen! Seit langen kämpft Salzburg erfolglos für eine Traglufthalle. In Kärnten gibt es nur ein wettkampftaugliches Frei-Becken und zwei wettkampftaugliche Hallen-Bäder. In Tirol sind in den letzten Jahren mehrere Neubau-Projekte wegen der hohen Kosten gescheitert. In den übrigen Bundesländern sieht die Lage nicht viel besser aus.
Schwimmen ist die einzige lebenserhaltende und lebensrettende Sportart!

Jüngste Anlassfälle sind die Schließung des Hallenbades Auhof im Studentenheim Julius-Raab in Linz mit 31. Juli 2016, die Schließung des Salzburger Paracelsus-Bades mit Ende Oktober 2016 und die im Raum stehende Schließung des unterfrequentierten Hallenbades in Neusiedl am See. In einer Stellungnahme an Burgenlands LH Hans Niessl und die verantwortlichen Kommunalpolitiker in Neusiedl spricht OSV Schulsportreferent Hubert Fessl ganz klare Worte: „Kinder müssen schwimmen lernen! Nicht um Weltklasseathleten zu werden, nicht um in unglaublicher Geschwindigkeit und bestechender Eleganz durchs Wasser zu gleiten, sondern um sich sicher im Wasser bewegen zu können. Es geht nicht nur um Spitzensport, sondern noch mehr um das Erlernen von Sicherheit für Kinder und alle anderen Altersgruppen!“ 

Ohne genügend Wasserflächen zum Gewöhnen, Üben und Trainieren können die (über)lebenswichtigen Lernziele nicht erreicht werden. In allen Schularten und über alle Jahrgangsstufen hinweg ist der Schwimmunterricht entsprechend den Lehrplänen für das Fach Sport nicht ohne Grund verbindlicher Bestandteil des Unterrichts. Nicht nur die Schwimmtechniken stehen im Mittelpunkt des Sportunterrichts, sondern vor allem das Verinnerlichen elementarer Bade-, Sicherheits- und Hygieneregeln sowie der Erwerb von grundlegenden Fertigkeiten der Selbst- bzw. Fremdrettung. Wer nicht schwimmen kann, ist höchst gefährdet.

„TÖRICHT IST, WER WEDER LESEN NOCH SCHWIMMEN KANN!“

Diese Weisheit aus dem antiken Griechenland hat bis heute Gültigkeit. Wir sollten es als unsere Pflicht betrachten, unseren Kindern die Möglichkeit zu geben, schwimmen als lebenswichtige Notwendigkeit lernen zu können. In der Schule als Pflicht, in der Freizeit als Muss. Man darf nicht über die Köpfe der Bevölkerung hinweg Maßnahmen zu setzen, die uns diese Möglichkeit nehmen. Bäder dürfen nicht dem Sparstift zum Opfer fallen. Nein, im Gegenteil: Wir alle sind gefordert. Und die Investitionen zu Erhaltung und Sanierung sind schlicht notwendig: Der Schwimmsport im Hobby- und Spitzensportbereich muss gefördert und der Spaß für unsere Kinder erhalten werden!