Nico Schaller hat sich im 3m-Finale deutlich zum Vorkampf um fast 40 Punkte mit persönlicher Bestleistung auf 412,70 Zähler steigern können, bei jedem Sprung dazu gelegt und sich von Platz 12 auf den 9. Gesamtrang in die Top Ten vorgearbeitet. Wie schon im Vorkampf hat er damit erneut deutlich die 350 Punkte für die Startberechtigung bei den Weltcups 2027 überboten und sich nach den vielen Verletzungen sehr stark zurückgemeldet. Die Leistung ist umso beachtlicher, als der Wiener in den vergangenen beiden Tagen nicht top fit war, nicht voll trainieren konnte und um seinen Start gezittert hat. Der nächste Einsatz der Wasserspringer ist Donnerstag. Anton Knoll und Dariush Lotfi starten vom 10m (10:30 Uhr) und hoffen beide auf den Einzug ins 12-er Finale am Abend. Der ORF überträgt alle EM-Bewerbe LIVE in den unterschiedlichen ORF-Programmen.
„Ich kann es gar nicht in Worte fassen“
Die Erleichterung ist bei Nico Schaller natürlich enorm groß, nachdem ein Start am Vortag noch nicht ganz sicher war: „Es ist so viel los in mir drinnen. Das war sensationell. Ich bin so froh, dass erleben zu können und erlebt zu haben. Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Es war echt geil. Ich war mit dem Rücken zur Wand und habe gewusst, ich kann riskieren, ich kann drauf gehen und ich war mir bewusst, was ich draufhabe. Dass es in diesem starken Feld nochmal so viele Plätze nach vorne geht, das hat mich selbst überrascht", so Nico, dessen Eltern extra zum Wettkampf nach Paris angereist waren.
„Ich habe nicht einmal gewusst, ob ich überhaupt zum Sport zurückkommen kann“
Nach der langen Verletzungsserie der letzten beiden Jahre und auch schon Gedanken an einen möglichen Rücktritt, ist das hier in Paris wie ein kleines Sport-Märchen: „Wenn ich mir überlege, wo ich vor zwei Jahren war. Ich habe nicht einmal gewusst, ob ich überhaupt zum Sport zurückkommen kann. Und jetzt stehe ich da und mache das beste Finale und den besten Wettkampf, den ich jemals gemacht habe.“
„Ich habe gewusst, dass ich das Potential habe und habe es jetzt bestätigt“
Diese Leistung öffnet den Kopf natürlich nochmals und bringt viele weitere Optionen für die Zukunft. „Es ist noch ein langer Weg vor mir. Wir bewegen uns alle in die richtige Richtung im Team. Es ist cool, die Arbeit funktioniert gut und es macht mir Spaß. Ich bin wieder dabei und das ist einfach geil.“ Da komme auch Gedanken Richtung Olympia: „Ja absolut. Ich habe vorher schon gewusst, dass ich das Potential habe und habe es jetzt bestätigt. Es ist noch ein langer Weg und es sind noch viel Wettkämpfe dazwischen. Es wird wieder ur-schwer werde, aber ich freue mich darauf.“
OSV-Programm – Mittwoch, 5.8.
Wasserspringen – 3m
FINALE
Nikolaj Schaller – 412,70 (9.)
Vorkampf
Nikolaj Schaller – 373,40 (als 12. im FINALE)
Dariush Lotfi – 318,60 (21.)
Open Water – 5km
Luca Karl - 56:28,6 (9.)