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Offener Brief - Schwimmbad-Misere in Innsbruck

Droht der Schwimmbad-Misere ein neuer "Eiskanal-Skandal" ?

Wer investiert 30 Millionen Euro in eine Sanierung mit unzureichendem Zubau, wenn man um das gleiche Geld einen modernen, zukunftsorientierten Neubau bekommt?! Mit Vernunft hat das wohl nichts zu tun. Schon eher damit, fremdes - sprich Steuergeld - in den Sand zu setzen und tatsächlich zu verschwenden!

Sehr geehrter Herr Bürgermeister !
Sehr geehrte Frau Vize-Bürgermeisterin !
Liebe Gemeinderäte !

Mit großer Verwunderung und Bestürzung nimmt der Österreichische Schwimmverband die aktuellen Pläne der Stadt Innsbruck zur Sanierung des Hallenbades Höttinger Au zur Kenntnis. Statt die einmalige Chance zu nutzen, ein vollwertiges 50m-Sporthallenbad zu errichten, soll das Hallenbad Höttinger Au mit all seinen Nachteilen saniert und mit einem zweiten, nicht verbundenen 25m-Becken ergänzt werden.

Das ist eine Entscheidung, die nicht nur unverständlich ist, sondern auch die Bedürfnisse einer wachsenden Stadt und ihrer Bevölkerung ignoriert.

Ein 50m-Sporthallenbad ist längst ein notwendiger Standard für moderne Städte, sowohl für den Breitensport als auch für Schulen, Familien, ambitionierte Hobbyschwimmer und Leistungsschwimmer. Innsbruck, als selbsternannte Sportstadt, sollte hier den zeitgemäßen Anforderungen entsprechen und nicht um Jahrzehnte hinter diese zurückfallen.

Argumente FÜR ein 50m-Sporthallenbad

  • Ein 50m-Hallenbad kann mehr Menschen gleichzeitig aufnehmen. In einer Stadt, in der die Hallenbäder ohnehin immer überfüllt sind, wäre dies eine deutliche Entlastung.
  • Schwimmvereine, Triathleten und Rettungsschwimmer sind auf lange Trainingsbahnen angewiesen. Ein Mangel an diesen Trainingsmöglichkeiten hemmt die sportliche Entwicklung und führt, wie in der Vergangenheit dazu, dass zahlreiche Talente abwandern müssen.
  • Ein modernes flexibles 50m-Sporthallenbad schafft Möglichkeiten, die Bedürfnisse von Schulen, dem öffentlichen Badebetrieb und dem Sport- und Leistungssport jederzeit und zeitgleich zu erfüllen.
  • Eine derartige Sanierung um 30 Millionen Euro erfolgt nicht für die nächsten fünf Jahre, sondern für Jahrzehnte. Dies bedeutet, auf eine Lösung zu setzen, die schon heute dem Bedarf nicht entspricht.
  • Ein neues und damit hochmodernes 50m-Sporthallenbad kann mit einer fahrbaren Bühne und Leinen innerhalb weniger Minuten flexibel unterteilt werden, und bietet zugleich das, was jetzt starr geplant ist.

Argumente GEGEN ein Bad mit zwei 25m-Becken

  • Die Sanierung und der Bau eines zusätzlichen zweiten 25m-Beckens ist verschwendetes Steuergeld und widerspricht jeglicher Vernunft.
  • Es handelt sich um eine minimale Lösung am Standort Höttinger Au, die kurzfristige Engpässe kaschiert, aber keinerlei Wachstum für die Zukunft ermöglicht.
  • Die Investitionskosten für diese Sanierung sind horrend und gleich hoch, wie die Investitionskosten für ein neues, modernes 50m-Sporthallenbad. Der Nutzen eines neuen, modernen 50m-Sporthallenbades wäre jedoch unverhältnismäßig größer.
  • Die Argumentation für die Sanierung und gegen ein 50m-Sporthallenbad erscheint mittlerweile ideologisch und keineswegs sachlich. Es entsteht der Eindruck, dass hier den Befindlichkeiten einiger Weniger mehr entsprochen wird als der Mehrheit.
  • Neben der Unerreichbarkeit im Zentrum der Stadt, dem bereits jetzt bestehenden Platzmangel, der Parkplatz-Problematik und allen anderen Unzulänglichkeiten dieser Liegenschaft, fallen durch die Errichtung eineszweiten Beckens massive zusätzliche Kosten an: Doppeltes Personal, doppelte Schwimmbad-Ausstattungen,doppelte Sanitär-Einrichtungen etc. verursachen auch doppelte Ausgaben im laufenden Betrieb.

Der Österreichische Schwimmverband fordert Sie, sehr geehrter Herr Ing. Mag. Bürgermeister Anzengruber auf, die überteuerte Sanierung und damit die Verschwendung von Steuergeld zu verwerfen. Eine Stadt, die sich selbst Sportstadt nennt, sollte keine halbherzigen und veraltete Lösungen präsentieren, sondern in eine moderne, zeitgemäße Infrastruktur investieren, die den Bedürfnissen der gesamten Bevölkerung entspricht - heute und in Zukunft.

Die InnsbruckerInnen wünschen sich ein Schwimmbad, das Kapazität schafft statt begrenzt, das Entwicklungermöglicht statt verhindert, und das seinem Anspruch gerecht wird, ein Bad für alle zu sein.

Innsbruck hat die Chance, ein zukunftsorientiertes 50m-Sporthallenbad zu errichten, ganz im Sinne Ihrer Aussage aus dem Jahr 2021 (so wie übrigens auch die damalige Stadträtin und nunmehrige Vizebürgermeisterin Mag. Elisabeth Mayr im Antrag vom 25.6.2020):

"Wie bereits mehrfach angeführt stehen wir hinter der Studie und unterstützen ein 50m Sporthallenbad in Innsbruck mit der Unterstützung von Bund und Land."
Beste Grüße Hannes Anzengruber

Seit weit über 50 Jahren wird uns eine Umsetzung unseres Anliegens, eines adäquates 50m- Sporthallenbades - inkl. einstimmiger Gemeinderats-Beschlüsse - versprochen und letztendlich lässt die Politik die Innsbrucker SchwimmerInnen von Jahr zu Jahr baden gehen!

Bitte nutzen wir diese Chance und entscheiden uns für ein 50m-Sporthallenbad und lassen Sie den Schwimmsport nicht die nächsten 50 Jahre wieder „baden“ gehen!

Mit sportlichen Grüßen                

Arno Pajek, OSV-Präsident                                              
Stefan Opatril, OSV-Vizepräsident