Nach zwei Tagen Wettkampfpause geht es am Dienstag für den österreichischen Schwimmverband bei der EM in Paris weiter. Und das an zwei Schauplätzen. Luca Karl schwimmt seinen ersten der drei Open Water Bewerbe über die olympische 10 km Distanz (10:00 Uhr). Strömung und Wasserqualität in der Seine sind diesmal kein Problem. Die Wasserspringer Dariush Lotfi und Anton Knoll bestreiten im direkten Finale den Synchron-Bewerb vom 10 m (19:30 Uhr). Der ORF überträgt alle EM-Bewerbe LIVE in den unterschiedlichen ORF-Programmen.
Strömung ist diesmal kein Problem
Paris hat dazugelernt. Nachdem Strömung und Wasserqualität bei den Olympischen Spielen 2024 den Athletinnen und Athleten massive Probleme bereitet haben, sind die Gegebenheiten angepasst und die Verhältnisse stark verbessert worden. Man hat den Kurs bei der EM auf einen Seitenarm der Seine vor den Eiffelturm verlegt. „Hier herrschen Situationen wie in einem See“, sagt Luca Karl nach den Trainingseinheiten. Da kann sich keiner aufregen. Nur bei den Turns in der Nähe des Hauptarmes gibt es eine leichte Strömung. Aber das ist zu vernachlässigen.“ Wegen der kleineren Wasserfläche im Seitenarm der Seine ist der Rundkurs nur 1.250 Meter lang und muss achtmal geschwommen werden. „Was auch ein Vorteil ist, weil wir dadurch öfter bei der Verpflegungsstelle vorbeikommen.“
Die Wasserqualität in der Seine passt
Bei Olympia hat es durch extreme Verschmutzung vermehrt bakterielle Infektionen gegeben, was diesmal nicht der Fall sein sollte. „Die Messergebnisse stimmen“, meint Luca Karl. „Es ist alles exzellent. Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so extrem gut ist, weil im Vorfeld viel über Wasserqualität und Strömung diskutiert wurde. Da haben wir aber kein Problem. Der Kurs ist top.“ Bestätigt auch Coach Plamen Ryaskow: „Die Wasserqualität ist für einen Flusslauf wirklich sehr gut. Bei Olympia war das Problem das schlechte Wetter und die dadurch überlaufenden Kanalsysteme. Heuer haben wir dieses Problem durch die langanhaltende Schönwetterperiode nicht. Die Wasserqualität ist spürbar besser. Und gegen alle Eventualitäten nehmen wir täglich auch Mundspülungen. Das hilft und reduziert die Infektionsgefahr. Bisher hat das gut funktioniert und wir werden das weiter so praktizieren.“
Ziel für Luca Karl ist Top-Ten
Nachdem Luca Karl bei der WM im vergangenen Jahr in Singapur als Fünfter über die 10 km mitten in die Weltspitze geschwommen ist, ist die Erwartungshaltung bei der EM natürlich groß. Das Feld ist mit 37 Startern dicht und stark. Das Ziel ist aber erneut in die Top Ten zu schwimmen und mit den Stars mitzuhalten: „Alle Top-Stars sind hier, Top Ten ist dennoch möglich. Der Sprung aufs Podium ist vielleicht noch ein wenig zu früh. Es wird sicher ein taktisches Rennen, weil die Orientierung doch anders ist als im Meer und die leichten Strömungen anders sind. Es gibt mehrere Linien, und man muss die Richtige finden. Man muss sich gut positionieren und versuchen, so lange wie möglich mit der absoluten Spitze mitzuhalten. Nochmal Fünfter zu werden ist kein Traum, es ist durchaus realistisch. Ich habe mit Rang acht und zwölf bei den anderen WM-Rennen gezeigt, das es kein Glück war und bin guter Dinge, dass ich auch hier weiter nach vorne schwimmen kann. Wir setzen uns Platz zehn als Ziel und freuen uns, wenn es dann noch besser wird.“